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Ganymed (Mond) Artikel
Ganymed
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| Entdeckung
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| Entdecker
| Galileo Galilei
Simon Marius
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| Datum der Entdeckung
| 1610
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| Daten des Orbits
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| Mittlerer Bahnradius
| 1.070.600 km
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| BahnexzentrizitÀt
| 0,0015
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| Umlaufzeit
| 7,16 Tage
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| Inklination
| 0,195°
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| NatĂŒrlicher Satellit des
| Jupiter
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| Physikalische Daten
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| Mittlerer Durchmesser
| 5268 km
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| OberflÀche
| 87. Tausend Tausend km2
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| Masse
| 1,482×1023 kg
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| Dichte
| 1,936 g/cm3
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| Gravitation an der OberflÀche
| 1,81 m/s2
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| Fluchtgeschwindigkeit
| 2,7 km/s
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| Siderische Rotation
| 7,16 Tage
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| Neigung der Rotationsachse
| 0°
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| Albedo
| 0,43
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| scheinbare Helligkeit
| 4,6m
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| OberflÀchentemperatur
| 113 K (-160°C)
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| AtmosphÀrischer Druck
| kPa
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Seine Entdeckung wird dem italienischen Gelehrten Galileo Galilei zugesprochen, der in dem Jahre 1610 sein einfaches Fernrohr auf den Jupiter richtete.
Die vier groĂen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto werden auch als die galileischen Monde genannt.
Allerdings beanspruchte der Deutsche Simon Marius in seinem 1614 erschienenen Werk Mundus Jovialis deren Entdeckung fĂŒr sich, indem er behauptete, die groĂen Jupitermonde bereits einige Tage vor Galilei entdeckt zu haben. Galilei zweifelte dies an und genannte MariusÂŽ Werk als Plagiat.
Nach heutigem Wissensstand ist es durchaus möglich, dass die Monde unabhĂ€ngig von Marius entdeckt wurden. Jedenfalls geht ihre Bennenung auf ihn zurĂŒck.
Benannt wurde der Mond nachdem JĂŒngling Ganymed, einem Mundschenk der Götter und Geliebten des Zeus aus der griechischen Mythologie.
Obwohl der Name Ganymed bereits kurz nach seiner Entdeckung von Marius vorgeschlagen wurde, konnte er sich ĂŒber lange Zeit nicht durchsetzen. Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts kam er wieder in Gebrauch. Vorher wurden die galileischen Monde ĂŒblicherweise mit römischen Ziffern genannt und Ganymed war der Jupitermond III.
Die galileischen Monde sind so hell, dass man sie bereits mit einem Fernglas oder kleinen Teleskop beobachten kann.
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Ganymed umkreist Jupiter in einem mittleren Abstand von 1.070.6200 km in 7 Tagen 3 Stunden und 42,6 Minuten. Die Bahn weist eine ExzentrizitĂ€t von 0,0015 auf und ist 0,195° gegenĂŒber der Ăquatorebene des Jupiter geneigt.
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Aufbau und physikalische Daten | |
Ganymed besitzt einen mittleren Durchmesser von 5268 km und ist damit der gröĂte Mond in dem Sonnensystem. Er ist sogar gröĂer als der Planet Merkur, wobei er allerdings mit seiner kleinen Dichte von 1,936 g/cm3 ca. die HĂ€lfte von Merkurs Masse aufweist.
Modell von Ganymeds Aufbau
Die Auswertung der Daten der Raumsonde Galileo weist darauf hin, dass es sich bei Ganymed um einen differenzierten Körper handelt, der aus vier Schichten aufgebaut ist:
Ein relativ kleiner Kern aus Eisen oder Eisensulfid, ist von einem Mantel aus silikatischem Gestein umgeben. DarĂŒber liegen eine ausgedehnte Schicht aus weichem Wassereis und eine Ă€uĂere harte Eiskruste.
Der metallische Kern ist ein Anzeichen dafĂŒr, dass Ganymed in der FrĂŒhzeit seiner Entstehung in dem Innern höhere Temperaturen aufwies, als man zuvor angenommen hatte. TatsĂ€chlich scheint Ganymed Ă€hnlich aufgebaut zu sein wie Io, ca. dass er zusĂ€tzlich von einer Eiskruste umgeben ist.
Ganymeds OberflĂ€che kann in zwei unterschiedliche Regionen unterteilt werden: Eine geologisch sehr alte, dunkle Region mit einer groĂen Anzahl an Impaktkratern und eine etwas jĂŒngere, hellere Region mit ausgeprĂ€gten GrĂ€ben und Verwerfungen.
Die beiden Regionen sind auf tektonische AktivitĂ€ten zurĂŒckzufĂŒhren. Ganymeds OberflĂ€che besteht aus zwei kontinentalen Platten, die sich unabhĂ€ngig voneinander bewegen, wobei an ihren Randzonen GebirgszĂŒge aufgeworfen werden können.
DarĂŒber hinaus sind Gebiete sichtbar, auf denen vor langer Zeit Lava geflossen sein muss.
Aufgrund der Tektonik gleicht Ganymed dem Planeten Erde, obwohl die AktivitÀten auf Ganymed zu dem Erliegen gekommen sind.
Die dunklen Regionen Àhneln der OberflÀche von Kallisto, ein Àhnliches System von GrÀben und Verwerfungen existiert auf dem Saturnmond Enceladus und den Uranusmonden Miranda und Ariel.
Helle und dunkle Regionen auf Ganymeds OberflÀche. Am unteren Bildrand ist ein relativ frischer Impaktkrater sichtbar, bei dem helles Material aus dem Untergrund ausgeschleudert wurde.
Beide Regionen weisen eine hohe Anzahl von Impaktkratern auf. Deren Anzahl und Verteilung ergeben fĂŒr Ganymeds OberflĂ€che ein Alter von 3 bis 3,5 Milliarden Jahren, vergleichbar dem Erdmond. Dabei ĂŒberlagern die Krater die GrĂ€ben oder werden von diesen durchbrochen, was darauf schlieĂen lĂ€sst, dass die GrĂ€ben ebenfalls geologisch alt sind. Daneben gibt es auch EinschlĂ€ge jĂŒngeren Datums, bei denen Material aus dem Untergrund strahlenförmig ausgeworfen wurde.
Anders als auf dem Erdmond oder dem Merkur sind die meisten Krater relativ flach und weisen keine RingwĂ€lle oder Zentralberge auf. Offensichtlich hat die Eiskruste ĂŒber geologische ZeitrĂ€ume nachgegeben und diese Strukturen eingeebnet. Sehr alte Krater sind ca. noch als dunkle Reliefs zu erkennen.
Die gröĂte zusammenhĂ€ngende Struktur auf Ganymed ist eine dunkle Ebene, die Galileo Regio genannt wird. Zusätzlich sind ausgedehnte konzentrische Erhebungen sichtbar, die das Ăberbleibsel eines gewaltigen Impaktereignisses sind, das vor sehr langer Zeit stattgefunden hat.
Ganymed rotiert in 7 Tagen, 3 Stunden und 42,6 Minuten um die eigene Achse und weist damit, wie der Erdmond und die ĂŒbrigen Jupitermonde, eine gebundene Rotation auf.
Seine Albedo betrÀgt 0,43, dh. 43 Prozent des einfallenden Sonnenlichts werden von der OberflÀche reflektiert. In dem Vergleich zu den Monden Io und Europa ist seine OberflÀche relativ dunkel.
Die OberflÀchentemperatur betrÀgt in dem Durchschnitt -160° Celsius.
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Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops ergaben Hinweise auf das Vorhandensein einer extrem dĂŒnnen AtmosphĂ€re aus Sauerstoff. Es wird angenommen, dass der Sauerstoff durch die Einwirkung der Sonnenstrahlung auf die Eiskruste entsteht, wobei das Wassereis in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten wird. Der flĂŒchtige Wasserstoff entweicht in den Weltraum, der massereichere Sauerstoff wird durch Ganymeds Gravitation festgehalten.
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